5. Mai 2026

Das Fußballstadion ist kein Hochsicherheitsgefängnis

Der Fußball in Deutschland lebt von Fankultur, Emotionen und gesellschaftlicher Teilhabe. Hunderttausende Menschen besuchen jedes Jahr Spiele in den Profiligen, engagieren sich in Vereinen und prägen eine lebendige Sportlandschaft. Gleichzeitig verschärfen sich sicherheitspolitische Debatten: Die Innenministerkonferenz (IMK) fordert immer wieder neue Maßnahmen, darunter personalisierte Tickets, großflächige Videoüberwachung, digitale Identitätskontrollen oder weitreichende Befugnisse für Polizeibehörden. 

Diese Entwicklung droht, Fußballstadien zu Orten permanenter Kontrolle zu machen. Statt Freiheit, Gemeinschaft und Sport stehen Überwachung, Misstrauen und bürokratische Hürden im Vordergrund. Um die Balance zwischen Sicherheit und Freiheitsrechten zu wahren, braucht es klare Leitlinien, die Verhältnismäßigkeit, Rechtsstaatlichkeit und die Eigenverantwortung der Vereine stärken.

Daher fordert die FDP Unterfranken:

Begrenzung von Videoüberwachung: 

Moderne Videoüberwachung kann in großen Menschenmengen dabei helfen, gefährliche Situationen schneller zu erkennen oder Straftaten aufzuklären. Gleichzeitig besteht jedoch das Risiko, dass solche Technologien zu einer nahezu vollständigen Überwachung führen, die das Gefühl von Freiheit und Privatsphäre erheblich beeinträchtigt. Besonders kritisch sind Verfahren wie automatische Gesichtserkennung oder KI‑gestützte Bewegungsanalysen, da sie tief in die Privatsphäre eingreifen und leicht missbraucht werden können. Gerade im Umfeld von Stadien, in denen viele Menschen meist friedlich zusammenkommen, wäre eine derart umfassende Überwachung unverhältnismäßig und sollte daher klar begrenzt werden.

Klare Zweckbindung digitaler Daten: 

Wenn digitale Daten erhoben werden, muss eindeutig festgelegt sein, wofür sie genutzt werden dürfen. Zulässig ist ausschließlich die Verwendung zur Abwehr konkreter Gefahren oder zur Aufklärung tatsächlich stattgefundener Straftaten. Eine Nutzung für die Erstellung von Fanprofilen, für personalisierte Überwachung oder für die Weitergabe an private Unternehmen darf nicht stattfinden. Ebenso ist es wichtig, dass Daten nicht auf Vorrat gesammelt werden, nur weil die technische Möglichkeit besteht. Der Grundsatz muss lauten, dass Daten der Sicherheit dienen und nicht der umfassenden Kontrolle von Menschen.

Transparente Informationspflichten: 

Damit Menschen Vertrauen in digitale Systeme behalten, müssen sie nachvollziehen können, welche Daten erhoben werden und wie mit ihnen umgegangen wird. Dazu gehört eine klare und verständliche Information darüber, welche Daten erfasst werden, wie lange sie gespeichert bleiben und zu welchem Zweck sie verwendet werden. Diese Transparenz ist entscheidend, damit Überwachung nicht im Verborgenen stattfindet, sondern demokratisch kontrollierbar bleibt und die Rechte der Fans gewahrt werden.


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